Umwelt und Nachhaltigkeit

Schimmel in Wohnräumen

Hintergrund

„Schimmelpilze sind überall verbreitet, sie sind ein natürlicher Teil unserer belebten Umwelt. Ihre Sporen sind fast an jedem Ort zu finden, also auch in Innenräumen. Sie sind normalerweise harmlos. Übersteigt allerdings die Schimmelkonzentration ein bestimmtes Maß, kann es zu gesundheitlichen Problemen für die Bewohner und Schäden an den Gebäuden kommen.“

Quelle: UBA- Broschüre: (2005) „Hilfe! Schimmel“, S.2.

Ursache für das Wachstum von Schimmelpilzen ist in erster Linie Feuchtigkeit in organischen Materialien wie Tapeten, Pressspan, Holz oder Textilien. Vor allem in Bädern, Duschen (ohne Fenster), in Fensterlaibungen und Fensterstürzen, in Raumecken, an Außenwandflächen, hinter Möbeln, Vorhängen oder Bildern kann er auftreten. An seinem modrigen und muffigen Geruch lässt sich der Schimmel meistens erahnen. Mit dem bloßen Auge ist er nur dann zu erkennen, wenn sich bereits eine so genannte Kolonie entwickelt hat.

Das Schimmelproblem in Wohnungen hat in der Vergangenheit stark zugenommen.

Gesundheitliche Risiken durch Schimmel

Von Schimmelpilzen kann eine Gesundheitsgefahr ausgehen, vor allem, wenn die Sporen in großer Zahl eingeatmet werden. Allergische Reaktionen wie Schleimhautreizungen, Husten, Kopfweh oder Müdigkeit können von allen Schimmelpilzen ausgelöst werden. Asthmaanfälle sind bei vorgeschädigten oder empfindlichen Menschen möglich.

Bildnachweis

Schimmelpilz an der Decke: Infrogmation www.wikipedia.org

Rat und Tat

Schimmelbefall vorbeugen

Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit, die durch die verschiedenen Tätigkeiten in Räumen (Kochen, Waschen, Duschen, Feuchtigkeitsabgabe des Menschen etc.) entsteht, durch regelmäßiges Lüften nach außen abgeführt wird. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in Wohnräumen nicht mehr als 60% betragen.

Richtiges Lüften

ist darum zur Vorbeugung von Schimmelbefall besonders wichtig. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Seite Richtig lüften.

Schimmel beseitigen

Bei einem Schimmelbefall sollten sofort Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Leichtes Schimmelwachstum, das gleich im Anfangsstadium erkannt wird, kann oberflächlich entfernt werden. Empfehlenswert ist 80 prozentiger Alkohol, den Sie in Apotheken bekommen. Verwenden Sie keine chemischen Schimmelbekämpfungsmittel, die im Handel angeboten werden. Diese Produkte sind oft gesundheitsgefährdend. Gleiches gilt für Desinfektionsmittel.

Ist der Schimmelbefall weit fortgeschritten müssen Putz und Tapete entfernt werden, ggf. muss eine Fachfirma beauftragt werden.

Vor jeder Sanierungsmaßnahme müssen zunächst die Ursachen ermittelt werden, da sonst früher oder später mit einem erneuten Schimmelbefall zu rechnen ist.

Eine ausführliche Darstellung, wie am sinnvollsten bei einem Schimmelpilzbefall vorzugehen ist, welche Bekämpfungsmittel eingesetzt werden sollten, welche Schutzmaßnahmen wichtig sind usw. finden Sie in dem kostenlosen Ratgeber des Umweltbundesamtes "Schimmel im Haus", zu bestellen und als Download unter uba-info-medien/Schimmel

Vermieter informieren

(Zusammenstellung informationspflichtiger Behörden)

Wenn in einer Mietwohnung Schimmelpilzbefall auftritt muß der Vermieter unverzüglich informiert werden. Der Eigentümer ist für die Sanierung zuständig, und nur bei schneller Information ist eine Schadensaufklärung und -behebung möglich.

Bei gesundheitlichen Beschwerden

Falls Sie den Verdacht haben, dass Gesundheitsprobleme auf Schimmelpilzbefall in Ihrer Wohnung zurückzuführen sind, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder wenden Sie sich an einen Umweltmediziner.

Nähere Informationen hierzu finden Sie unter den Themen Umweltmedizin oder Schadstoffuntersuchungen.

Schimmelpilzsanierung - wie erkenne ich eine qualifizierte Fachfirma?

Wird eine Schimmelpilzsanierung nicht fachgerecht durchgeführt, kann es zu gesundheitlichen Risiken für die Bewohner kommen. Zudem besteht die Gefahr, dass der Schimmel wieder auftritt und die Bausubstanz gefährdet wird.

Daher ist es wichtig, ein Unternehmen mit der entsprechenden Fachkenntniss zu beauftragen.

Eine allgemein anerkannte Qualifikation zur Schimmelpilzsanierung gibt es bisher nicht. Das Umweltbundesamt rät deshalb, sich vor der Auftragsvergabe nach der Erfahrungen und Kenntnissen der Firma zu erkundigen.

Die Checkliste des Bremer Netzwerkes Schimmelberatung listet Ihnen dazu wichtige Aspekte auf: Checkliste Bremer Schimmelberatung

Tipps zum cleveren und umweltfreundlichen Heizen

Tipps vom Bund der Energieverbraucher finden Sie unter www.energieverbraucher.de/Heizen/Tipps

Weiterführende Infos

Umweltberatungsstellen

Informationen und weitere Ansprechpartner zu ihren Fragen bzgl. Schimmel in Wohnräumen erhalten Sie in allen Umweltberatungsstellen.

Adressen, Zeiten usw. finden Sie auf der Seite Umweltberatungsstellen.

Für Mieter, die Mitglied im Mieterbund sind

bietet der Mieterbund Ostwestfalen-Lippe e. V. Beratung zum Thema. Adressen, Zeiten usw. erfahren Sie auf der Internetseite des Bundes www.mieterbund-owl.de.

Mitglieder im Verband "Haus und Grund"
Berufsverband Deutscher Baubiologen
Deutscher Allergie- und Asthmabund
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (Hrsg.) (2014). Feuchtigkeit und Schimmelbildung. Berlin: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
  • Umweltbundesamt (2012). Ratgeber: Schimmel im Haus. Ursachen - Wirkungen - Abhilfe. Kostenlos zu bestellen und als Download unter www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien
  • Umweltbundesamt (2005). Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen. "Schimmelpilzsanierungs-leitfaden". Zu bestellen und als Download unter www.umweltbundesamt.de/info-medien
  • Schmitz-Günther, T. (2007). Wenn Wohnen krank macht. Schadstoffe erkennen, beseitigen, vermeiden. München: Südwest Verlag
  • Lorenz, W./ Hankammer, G./ Lassl, K (2005). Sanierung von Feuchte- und Schimmelpilzschäden. Köln. Rudolf Müller Verlag.

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